Genossenschaft Essen-Nord investiert kräftig in Wohnungsbau

Quelle: WAZ.de vom 23.03.2017, Autorin: Janet Lindgens, Foto: Handick

2017 steckt die Genossenschaft 21 Millionen Euro in fünf Neubauprojekte. Wohin das Geld in Essen fließt, stellte das Unternehmen jetzt vor.
Die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord investiert kräftig in den Mietwohnungsbau. In diesem Jahr stößt das Unternehmen fünf Neubau-Projekte an mit 89 Wohnungen für fast 21 Millionen Euro. Bereits im vergangenen Jahr wurden 85 Wohnungen für 17 Millionen Euro fertig. „Wir werden diese Schlagzahl auch in den nächsten drei bis fünf Jahren aufrechthalten“, kündigte Vorstandschef Juan-Carlos Pulido an. Generell würde das Unternehmen gerne noch mehr bauen, allerdings stoße sie mit fünf neuen Projekten pro Jahr an personelle Grenzen.

Die Genossenschaft gibt damit ihre Zurückhaltung der vergangenen Jahre beim Neubau auf. Das Umfeld für den Mietwohnungsbau sei günstig, sagte Pulido dazu. Das Unternehmen habe zurzeit viel Geld auf dem Konto. Hinzu kommen die anhaltend niedrigen Bauzinsen und vor allem die steigende Nachfrage nach Mietwohnungen in Essen und Umgebung. Besonders ältere Menschen, die ihr Eigentum aufgeben wollen, suchten moderne und barrierefreie Wohnungen. „Das sind unsere typischen Kunden“, so Pulido.

Der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord. Von links nach rechts: Michael Malik (Mitglied des Vorstandes); Juan-Carlos Pulido (Vorsitzender des Vorstandes); Andreas Dargegen (Mitglied des Vorstandes). Foto: Handick

Essen-Nord hat rund 3500 Wohnungen

Mit insgesamt 3500 Wohnungen gehört die Genossenschaft zu den mittelgroßen Vermietern in Essen. Ihr Wohnungsbestand liegt hauptsächlich im Stadtgebiet. Zu ihrem Bestand gehört beispielsweise die denkmalgeschützte Hirtsiefer-Siedlung in Altendorf. Allerdings besitzt die Genossenschaft auch 400 Wohnungen in Düsseldorf, Ratingen und Dülmen. Dieses Jahr kommt neu auf der Landkarte Dortmund hinzu.

Die Genossenschaft gehe bewusst in solche Märkte wie Düsseldorf, wo sie Mietpreise von 14 Euro kalt verlangen kann und sich somit höhere Renditen erzielen lassen. Damit gelinge es, an anderer Stelle günstige Mieten anzubieten. Pulido nennt das „Quersubventionierung“. Aber auch in Essen steigen gerade für Neubauten die Mieten teils kräftig, bestätigte Pulido. Für seine Neubauprojekte in Essen verlangt auch die Genossenschaft mindestens zehn Euro kalt für den Quadratmeter. Der Anstieg bei den Mieten liege zum einen an den steigenden Baukosten. „Allerdings hat Essen auch Nachholbedarf bei der Miethöhe. Viele Jahre hatten wir in der Stadt nur eine Seitwärtsbewegung“, betonte der Genossenschafts-Chef.

Allerdings investiert Essen-Nord nicht nur in Neubauten. Fast sieben Millionen Euro fließen jedes Jahr in die Modernisierung der bestehenden Gebäude. So erhalten dieses Jahr einige Häuser in der Hirtsiefer-Siedlung Balkone und die Modernisierung an der Schacht-Franz-Straße in Schönebeck geht weiter.

DAS SIND DIE ESSENER NEUBAUPROJEKTE

Nöggerathstraße 77 in Altendorf: Dort sind zwei Mehrfamilienhäuser mit 20 Wohnungen geplant. Baubeginn ist im Mai, Fertigstellung Ende 2018.

Scheckenstraße in Bedingrade: Es entstehen 15 Wohnungen. Baubeginn ist im April 2017. Essen-Nord hat dort ein weiteres Grundstück für 12 Wohnungen gekauft, das bis 2019 entwickelt werden soll.

Langenberger Straße in Überruhr: 16 Wohnungen, die im März 2018 fertig sein sollen.