Partnerschaft zum Wohl der Mieter

Lars Martin Klieve, Vorstand der Stadtwerke Essen, freut sich mit den Essen-Nord-Vorständen Juan-Carlos Pulido (Vorsitzender) und Andreas Dargegen in der Heizzentrale an der Schacht-Franz-Straße über die gelungene Kooperation. Foto: Thomas Willemsen

Viel Grün, gute Verkehrsanbindung, genügend Einkaufsmöglichkeiten und trotz naher Aktienstraße ruhig: In den elf Mehrfamilienhäusern an der Schacht-Franz-Straße/Ecke Schönebecker Straße lässt es sich gut leben. Die 117 Wohneinheiten sind komplett vermietet – was auch daran liegen mag, dass sich die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord ebenso erfahren wie verantwortungsbewusst um ihre Siedlung in Schönebeck kümmert. Das Unternehmen hat die energetische Modernisierung der 1967 bis 1969 gebauten Wohnanlage fast abgeschlossen und die komplette Wärmeversorgung in die Hände der Stadtwerke Essen gelegt.

„Das ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich zwei lokale Unternehmen zum Wohl der Mieter und der Umwelt zusammentun“, erklärt Lars Martin Klieve, Vorstand der Stadtwerke Essen. Durch die Partnerschaft konnten die ursprünglich angestrebten Ziele noch übertroffen werden. „Gingen wir bei der Planung noch von einem KfW-Standard 85 aus, so erreichen wir jetzt KfW-Standard 70“, freut sich Andreas Dargegen, Vorstand der Essen-Nord. Dadurch ergaben sich beispielsweise noch mehr Finanzierungsvorteile aus öffentlicher Förderung. „Das wäre ohne die Stadtwerke nicht möglich gewesen.“

Hell und freundlich statt dunkel und abweisend. Die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord hat allerdings mehr getan als nur den Putz zu erneuern. Die Wohnanlage in Schönebeck wurde komplett modernisiert.

Verbesserte Lebensqualität

9,5 Millionen Euro investiert Essen-Nord in die Wohnanlage, um die Wohn- und Lebensqualität der Genossenschaftsmitglieder zu verbessern, die Nebenkosten zu senken und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Mieter sparen – je nach Nutzerverhalten – bis zu 60 Prozent der bisher eingesetzten Energie ein. Noch in diesem Jahr wird der letzte von vier Bauabschnitten fertiggestellt. Zur Modernisierung gehören gedämmte Außenwände und Geschossdecken, dreifach verglaste Fenster und eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Größere und wärmetechnisch entkoppelte Vorstellbalkone in Aluminiumbauweise ersetzen die abschnittweise zurückgebauten ursprünglichen Balkone. Elektrische Nachtspeicher und Durchlauferhitzer wichen beziehungsweise weichen modernen wassergeführten Heizkörpern und der zentralen Warmwasserversorgung.

Der vierte und letzte Bauabschnitt ist in Arbeit. Zurückgebaut werden die ursprünglichen Balkone aus den 60er-Jahren, als Energiekosten und Klimaschutz kaum eine Rolle spielten. Die wie Kühlrippen wirkenden Betonplatten werden durch wärmetechnisch entkoppelte Vorstellbalkone ersetzt.

BHKW deckt die Grundlast

Ein Nahwärmenetz führt zum Herzstück der Anlage: der Heizzentrale der Stadtwerke Essen. Hier läuft rund um die Uhr ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Grundversorgung der 117 Wohneinheiten mit Wärme. Gleichzeitig wird Strom produziert, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Ein Spitzenlastkessel schaltet sich automatisch bei größerem Wärmebedarf ein. Mithilfe des energieeffizienten BHKW der Stadtwerke werden die CO2-Emissionen um mehr als 85 Prozent verringert, von 89,9 auf 12,9 Kilogramm pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr.

Optimales Energiekonzept

Im Rahmen eines Contracting-Vertrags sichern die Stadtwerke Essen die gesamte Wärmeversorgung der Siedlung. Dabei übernehmen sie die komplette Planung, Errichtung, Finanzierung sowie den Betrieb, die Instandhaltung und Wartung der Heizungsanlage. Schon frühzeitig wurden die Stadtwerke bei der Projektentwicklung hinzugezogen. „So konnten wir gemeinsam ein optimales Energiekonzept entwickeln“, betont Juan-Carlos Pulido, Vorsitzender des Vorstands von Essen-Nord.

Modernisiert und ans Nahwärmenetz angeschlossen wurde auch das zur Anlage gehörende Hochhaus. In Kürze sollen auch Gärtner anrücken, um die Grünflächen neu anzulegen.

Quelle: Stadtwerke Essen, Artikel vom 31.03.2018, Fotos: Thomas Willemsen