Infoveranstaltung zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Mehr als 100 Gäste fanden am vergangenen Donnerstag den Weg in den Gemeindesaal von St. Clemens Maria Hofbauer in Essen-Altendorf. Die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord und der Altendorfer Bürgerverein luden gemeinsam zu einer Informationsveranstaltung ein, die sich offen mit den meist vernachlässigten Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung beschäftigte.

Zunächst referierte Rechtsanwalt und Notar Dr. Thomas Hermes über die juristischen Grundlagen und die Notwendigkeit der entsprechenden Vollmachten und Verfügungen. Auch ein Exkurs zu dem damit eng verbundenen Thema Testament stieß auf reges Interesse im Publikum. „Dies sind Themen, die man gerne schiebt, wenn man nicht direkt betroffen ist. Meistens konfrontiert erst ein konkreter Anlass Menschen mit dem Thema, der Entscheidungen und geeignete Maßnahmen dann erschwert“, sagte Dr. Thomas Hermes.

Moderator Hubert Röser begrüßte mehr als 100 Gäste zur Infoveranstaltung.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion berichteten Fachvertreter verschiedener Dienstleistungsbereiche von ihren Erfahrungen mit Betroffenen und gaben den Besuchern wichtige Tipps. Dr. med. Hans-Christoph Heuer, Direktor der Klinik für Geriatrie & Zentrum für Altersmedizin Kliniken Essen-Mitte gGmbH, Dr. med. Heike Schott-Bäumer, Hausärztin in Altendorf und Arnd Kemper, Leiter der Diakoniestationen Essen-Frohnhausen, schilderten anhand von Beispielen aus ihrer beruflichen Praxis, welche Bedeutung Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht für Betroffene und Angehörige haben. Bei einem waren sich alle einig: Mindestens genauso wichtig wie das Vorhandensein von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ist es, eine Vertrauensperson, einen festen Ansprechpartner an seiner Seite zu haben, der im Bedarfsfall über die Inhalte der Papiere informieren kann. Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit und wandten sich mit Fragen direkt an die Podiumsteilnehmer.

„Die große Besucherzahl und der rege Austausch zwischen Gästen und Experten haben uns gezeigt, dass das Thema für die Bürger in unserem Stadtteil enorm wichtig ist“, so Reinhard Matten, 1. Vorsitzender des Altendorfer Bürgervereins. Juan-Carlos Pulido, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG ergänzte: „Für uns als Wohnungsgenossenschaft ist es wichtig, unseren Mietern und Mitgliedern nicht nur guten Wohnraum zu bieten, sondern sie auch regelmäßig über aktuelle Themen zu informieren und aufzuklären. So können wir auch diese dritte Service- und Infoveranstaltung nach den beiden Startevents „Vorsicht Langfinger!“ und „Länger leben im Quartier“ als vollen Erfolg bezeichnen.“